Cannabis Windbrand










Letzte Aktualisierung: 17.03.2025
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Beim Anbau von Cannabis ist Luftbewegung eigentlich etwas Gutes. Sie hält die Luft frisch, hilft gegen feuchte Ecken im Blätterdach und sorgt dafür, dass Stängel und Triebe stabiler werden. Genau deshalb haben viele im Indoor Grow mindestens einen Ventilator laufen und draußen ist Wind ohnehin ständig ein Thema. Trotzdem kann genau dieser Punkt kippen. Wenn die Luft zu direkt oder zu stark auf die Pflanze trifft, wird aus hilfreicher Umluft schnell Stress und der zeigt sich dann als Windbrand.
Das Gemeine daran ist, dass Windbrand am Anfang oft harmlos aussieht. Ein paar trockene Spitzen, leicht gekräuselte Ränder, vielleicht ein Blatt, das nicht mehr so satt wirkt wie vorher. Wenn man das übersieht, wird daraus schnell ein Muster, das sich durch die Pflanze zieht und am Ende Wachstum und Blütenentwicklung ausbremst. Damit es gar nicht erst so weit kommt, lohnt es sich zu wissen, wie Windbrand entsteht, woran Du ihn sicher erkennst und wie Du die Luft so bewegst, dass sie schützt statt schadet.


Cannabis Windbrand entsteht, wenn Deine Pflanze über längere Zeit zu starkem Wind oder zu direkter Zugluft ausgesetzt ist. Das kann draußen durch anhaltende Böen passieren, kommt aber genauso oft indoor vor, wenn ein Ventilator permanent direkt auf die Pflanze bläst. Windbrand ist keine Krankheit wie ein Pilz, sondern eine Stressreaktion. Die Pflanze verliert über die Blätter mehr Wasser, als sie über die Wurzeln nachliefern kann. Gleichzeitig reibt die Luftbewegung an der Blattoberfläche und trocknet sie aus. Das Ergebnis sieht oft so aus, als wären die Blätter „verbrannt“, obwohl die Ursache nicht Hitze, sondern zu viel Luftdruck und zu viel Verdunstung ist.
Ein bisschen Luftbewegung ist trotzdem wichtig. Leichte Umluft stärkt Stängel und Triebe und verhindert stehende, feuchte Zonen im Blätterdach. Windbrand beginnt dort, wo aus Umluft ein Dauerwind wird.
Windbrand zeigt sich meistens zuerst an den Blättern, die am stärksten im Luftstrom stehen. Indoor sind das oft die Pflanzen oder Pflanzenteile, die am nächsten am Ventilator sind. Outdoor sind es häufig die Seiten, die der Hauptwindrichtung zugewandt sind.
Typisch sind trockene, hellere oder bräunliche Blattspitzen und Blattränder. Die Blätter wirken dann papierartiger und weniger saftig. Häufig rollen sich die Blattränder leicht nach oben oder die Blätter bekommen eine „Kralle“, weil die Pflanze versucht, ihre Oberfläche zu verkleinern und weniger Wasser zu verlieren. Wenn der Stress anhält, sieht man manchmal, dass die Pflanze insgesamt langsamer wächst und neue Triebe kleiner bleiben. Bei starkem Wind kommen zusätzlich mechanische Schäden dazu, also eingerissene Blätter, geknickte Triebe oder abgebrochene Äste.
Ein guter Hinweis ist die Verteilung. Wenn fast nur die Seite betroffen ist, die im Wind steht, und andere Bereiche deutlich besser aussehen, spricht das eher für Windbrand als für ein generelles Nährstoffproblem.
Windbrand wird oft verwechselt, weil braune Spitzen auch bei Überdüngung, Salzstress oder falschem Gießen auftreten können. Der Unterschied liegt meist im Muster und im Timing. Bei zu viel Dünger sind häufig viele Blätter über die ganze Pflanze hinweg betroffen, nicht nur die „Windseite“. Bei Gießproblemen sieht man eher allgemeines Hängen oder Symptome, die mit dem Substratfeuchte Rhythmus zusammenpassen.
Wenn Du unsicher bist, hilft ein kurzer Check: Schau Dir an, wie der Ventilator ausgerichtet ist und ob die Symptome dort am stärksten sind, wo der Luftstrom ankommt. Wenn Du den Luftstrom reduzierst und nach ein paar Tagen keine neuen Schäden dazukommen, war Wind sehr wahrscheinlich der Hauptfaktor.


Indoor ist die häufigste Ursache ein Ventilator, der zu nah steht oder zu stark eingestellt ist. Besonders kritisch ist es, wenn der Luftstrom dauerhaft aus einer Richtung kommt und die Pflanze ständig „gegen den Wind“ steht. Oszillierende Ventilatoren sind meist deutlich sicherer, weil sie die Luft verteilen und nicht dauerhaft auf dieselbe Stelle drücken.
Windbrand wird wahrscheinlicher, wenn die Luft im Raum zusätzlich sehr trocken ist. Dann verdunstet Wasser noch schneller. Auch starke Abwärme von Lampen kann das Problem verstärken, weil warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann und die Pflanze dadurch stärker transpirieren muss. In so einer Kombination reicht manchmal schon ein Ventilator, der eigentlich „normal“ wirkt, um den Stress auszulösen.
Draußen ist es oft eine Mischung aus Wind und Standort. Offene Flächen, Balkone in Zuglagen oder Gärten ohne Hecken oder Mauern sind klassische Problemzonen. Zusätzlich spielt die Topfgröße eine Rolle. Pflanzen in kleinen Töpfen trocknen schneller aus, weil das Substrat weniger Puffer hat. Dann führt Wind eher zu Trockenstress, selbst wenn Du regelmäßig gießt.
Auch junge Pflanzen sind draußen empfindlicher, weil ihre Wurzeln noch nicht tief genug arbeiten. Wenn Du sie ohne Eingewöhnung von drinnen nach draußen stellst, ist das Risiko höher, weil sie plötzlich Wind, Sonne und niedrigere Luftfeuchtigkeit gleichzeitig abbekommen.
Windbrand kostet Energie. Die Pflanze steckt Ressourcen in Reparatur und Stressmanagement, statt in kräftiges Wachstum und Blütenaufbau. Kurzfristig siehst Du das oft als verlangsamtes Wachstum und kleinere neue Blätter. In der Blüte kann ständiger Stress dazu führen, dass Buds weniger gleichmäßig anschwellen und insgesamt kleiner bleiben, besonders wenn die Luftbewegung direkt in die Bud Zone trifft.
Ein weiterer Punkt ist die Widerstandskraft. Gestresste Pflanzen sind anfälliger für weitere Probleme, weil ihre Reserven knapper sind. Das heißt nicht, dass Windbrand automatisch eine Katastrophe ist, aber er kann ein Türöffner für Folgestress sein, wenn Du ihn ignorierst.

Die beste Vorbeugung ist eine Luftbewegung, die überall spürbar ist, aber nirgends „hart“ ankommt. Indoor bedeutet das, dass Du nicht in die Pflanze hinein bläst, sondern die Luft im Raum zirkulieren lässt. Eine einfache Methode ist, den Ventilator leicht an einer Wand vorbeizurichten oder ihn so zu positionieren, dass er über oder an der Krone entlang arbeitet, statt direkt auf Buds oder Blattflächen zu zielen. Wenn Du merkst, dass Blätter dauerhaft stark flattern, ist es fast immer zu viel. Du willst ein sanftes Wippen, nicht ein dauerhaftes Flattern.
Outdoor hilft ein gut durchdachter Standort. Eine Hecke, ein Zaun, ein Windschutznetz oder die Nähe zu einer Mauer bricht Böen deutlich ab. Wichtig ist, dass Du nicht komplett „luftdicht“ abschirmst, weil stehende Luft wieder Schimmel fördern kann. Ziel ist Wind brechen, nicht Luft stoppen. Bei Topfpflanzen ist es außerdem sinnvoll, den Topf so zu stellen, dass er nicht ständig austrocknet, und die Pflanze bei extremen Windtagen kurz geschützter zu platzieren, wenn das möglich ist.
Training kann ebenfalls vorbeugen. Low Stress Training und ein stabiler Aufbau machen die Pflanze windfester, weil Triebe nicht so leicht knicken und die Pflanze nicht wie ein langer Hebel im Wind steht. Gerade bei hohen, schlanken Pflanzen ist das ein praktischer Vorteil.

Wenn Du Windbrand erkennst, geht es zuerst darum, die Ursache sofort zu entschärfen. Indoor stellst Du den Ventilator um, reduzierst die Stufe oder wechselst auf oszillierend. Wenn Du mehrere Ventilatoren nutzt, ist es oft besser, zwei Geräte schwächer laufen zu lassen als eines sehr stark. So bekommst Du Bewegung ohne Druck.
Danach gibst Du der Pflanze ein paar Tage, um sich zu stabilisieren. Beschädigte Blattspitzen werden nicht wieder grün, aber wichtig ist, dass keine neuen Schäden dazukommen. Komplett abgestorbene Blätter kannst Du entfernen, weil sie der Pflanze nichts mehr bringen. Bei leicht beschädigten Blättern lohnt es sich oft, sie erstmal dran zu lassen, weil sie immer noch Photosynthese leisten können.
Beim Gießen solltest Du ruhig bleiben. Windbrand verleitet dazu, sofort sehr viel mehr zu gießen. Das ist riskant, weil Du damit leicht ins Überwässern rutschst. Sinnvoller ist es, das Substrat gleichmäßig zu halten und die Bedingungen zu verbessern, damit die Pflanze wieder in Balance kommt. Wenn die Pflanze sichtbar gestresst ist, ist auch nicht der beste Moment für weitere große Eingriffe wie starkes Entlauben oder hartes Training.
Outdoor gilt das Gleiche, nur mit weniger Kontrolle. Wenn Deine Pflanzen im Topf stehen, bring sie bei extremem Wind vorübergehend geschützter unter. Wenn sie im Boden stehen, kann ein temporärer Windschutz helfen, bis die Wetterlage sich beruhigt. Bei gebrochenen Trieben zählt schnelles Handeln. Wenn ein Trieb nur angeknickt ist, kann man ihn oft stabilisieren, sodass er wieder zusammenwächst.
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https://www.sciencedirect.com/topics/agricultural-and-biological-sciences/transpiration-rate
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5452225/
https://www.apsnet.org/edcenter/disimpactmngmnt/topc/EpidemiologyTemporal/Pages/Microclimate.aspx

Eric Schumann
Seit 2024 bin ich Head of Marketing der Mary Jane Berlin und begeistere mich leidenschaftlich für die Cannabisbranche. Mein Fokus liegt darauf, innovative Marken, Trends und Community-Entwicklung voranzutreiben. In meinen Beiträgen teile ich Einblicke in die Welt des Cannabis-Marketings, aktuelle Entwicklungen der Branche und spannende Themen rund um die größte Hanfmesse Deutschlands.

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Eric Schumann
Seit 2024 bin ich Head of Marketing der Mary Jane Berlin und begeistere mich leidenschaftlich für die Cannabisbranche. Mein Fokus liegt darauf, innovative Marken, Trends und Community-Entwicklung voranzutreiben. In meinen Beiträgen teile ich Einblicke in die Welt des Cannabis-Marketings, aktuelle Entwicklungen der Branche und spannende Themen rund um die größte Hanfmesse Deutschlands.
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Thursday, June 11, 2026 11:00 - 18:00 (no festival)
Friday, June 12, 2026 11:00 a.m. - 8:00 p.m. (festival until 10:00 p.m.)
Saturday, June 13, 2026 11:00 a.m. - 8:00 p.m. (festival until 10:00 p.m.)
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TBA
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