Cannabis fermentieren










Letzte Aktualisierung: 17.03.2025
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Cannabis zu fermentieren ist der Schritt, der aus “rauchbar” wirklich “gut” macht. Nach dem Trocknen sind Buds zwar grundsätzlich nutzbar, aber oft noch kratzig, grasig im Geschmack und nicht optimal stabil für die Lagerung. Beim Fermentieren, häufig auch Curing oder Aushärten genannt, reifen die Blüten unter kontrollierten Bedingungen nach. Dabei baut sich ein Teil der Stoffe ab, die den Rauch scharf machen, und gleichzeitig können Aromen runder wirken. Außerdem hilft korrektes Curing dabei, die Restfeuchte in den Blüten gleichmäßiger zu verteilen und damit Schimmelrisiken zu senken.
Der wichtigste Punkt ist: Fermentieren ist kein Trick, der schlechtes Material magisch perfekt macht. Es ist Feinschliff. Wenn Du sauber geerntet, ordentlich getrocknet und hygienisch gearbeitet hast, bringt Fermentation spürbar mehr Qualität. Wenn Du schon beim Trocknen zu schnell warst oder die Buds zu feucht einlagerst, kann Fermentieren dagegen auch das sein, was Dir die Ernte ruiniert.

Beim Cannabis fermentieren geht es nicht darum, eine wilde Gärung wie bei Sauerkraut zu starten. In der Grow Praxis meint Fermentation meistens ein kontrolliertes Nachreifen in einem weitgehend luftdichten Behälter. Die Blüten geben dabei langsam Restfeuchtigkeit ab, diese verteilt sich im Behälter, und durch regelmäßigen Luftaustausch lässt Du überschüssige Feuchte und Gase entweichen. Parallel laufen in den Blüten weiterhin Abbauprozesse ab, vor allem an Chlorophyll und anderen Pflanzenbestandteilen, die für grüne und kratzige Noten verantwortlich sind.
Trocknen entfernt also Wasser von außen. Fermentieren sorgt dafür, dass sich die Restfeuchte innen stabilisiert und dass das Endprodukt sensorisch runder wird.

Der Hauptgrund ist die Qualität beim Konsum. Buds, die nur getrocknet wurden, schmecken oft pflanzlich und wirken im Rauch schärfer. Durch das Curing wird das Gesamtprofil meist angenehmer, weil sich störende Begleitstoffe weiter abbauen und sich das Aromaprofil klarer zeigt.
Der zweite Grund ist Haltbarkeit. Wenn Restfeuchte ungleichmäßig in der Blüte sitzt, ist das ein Schimmelrisiko. Fermentation mit kontrollierter Luftfeuchtigkeit und regelmäßigem Öffnen reduziert das Risiko, weil Du Feuchte aktiv regulierst. Zusätzlich schützt eine korrekte Lagerung nach dem Curing Cannabinoide und Terpene besser vor schnellem Abbau, zumindest im Vergleich zu warmen, hellen und undichten Aufbewahrungen.
Du startest mit dem Fermentieren erst, wenn das Trocknen weit genug fortgeschritten ist. Das ist der kritische Übergang, weil hier die meisten Fehler passieren. Wenn Du zu früh ins Glas gehst, ist es innen zu feucht und Schimmel wird wahrscheinlicher. Wenn Du zu spät gehst und die Buds zu trocken sind, läuft das Curing zwar noch, aber es bringt weniger und die Textur wird oft spröde.
Als pragmatische Orientierung nutzen viele den Stieltest. Kleinere Stiele sollten eher knacken statt nur zu biegen. Gleichzeitig sollten die Buds nicht staubtrocken sein, sondern sich noch leicht “lebendig” anfühlen. Am zuverlässigsten ist ein Hygrometer im Behälter, weil Du dann nicht raten musst. Wenn sich die relative Luftfeuchte im geschlossenen Behälter stabil im Bereich um 58 bis 62 Prozent einpendelt, bist Du in einem sehr sicheren Fenster. Liegt sie deutlich über 65 Prozent, sind die Buds meistens noch zu feucht für ein entspanntes Curing.
Für die meisten Setups gilt: 58 bis 62 Prozent relative Luftfeuchte im Behälter ist ein sehr gutes Ziel. In diesem Bereich bleibt das Material aromatisch, wird nicht bröselig und das Schimmelrisiko ist deutlich geringer als bei höheren Werten. Wenn Du regelmäßig lüftest, bekommst Du die Feuchte in vielen Fällen auch ohne Zusatzprodukte stabil. Feuchtigkeitsregler können es einfacher machen, aber sie ersetzen nicht die Grundregel, dass Du nur ausreichend vorgetrocknete Buds einlagerst.
Wichtig ist auch die Temperatur. Kühl und stabil ist besser als warm und schwankend. Hitze beschleunigt Abbauprozesse und kann Aromen schneller verflachen lassen. Direktes Licht ist ebenfalls ungünstig, weil UV und Wärme langfristig Cannabinoide und Terpene abbauen können. Ein dunkler, kühler Schrank ist oft besser als die Küche oder das sonnige Regal.

Die klassische Methode ist das Curing im Glas, weil Glas geruchsneutral ist, keine Weichmacher abgibt und sich gut reinigen lässt. Du brauchst saubere, trockene Gläser mit dicht schließendem Deckel und idealerweise ein kleines Hygrometer pro Glas.
Du füllst die Gläser nicht randvoll, sondern eher zu etwa drei Vierteln. So haben die Buds Platz, und die Luft kann sich im Behälter besser verteilen. Danach verschließt Du das Glas und stellst es dunkel und kühl.
In den ersten Tagen und der ersten Woche öffnest Du das Glas regelmäßig. Viele machen das täglich für einige Minuten. Dabei geht es darum, Feuchtigkeit und Gase abzulassen und frische Luft reinzulassen. Gleichzeitig schaust Du kurz auf die Buds. Riecht es muffig oder feucht, ist das ein Warnsignal. Dann solltest Du die Buds wieder etwas nachtrocknen lassen, statt das Problem im Glas weiterlaufen zu lassen.
Nach der ersten Woche kannst Du die Häufigkeit reduzieren, wenn die Feuchte im Zielbereich bleibt. Dann reicht es oft, alle paar Tage zu lüften. Mit zunehmender Zeit wird das Curing stabiler, weil die Feuchteverteilung ausgeglichener wird.
Neben Glas nutzen viele spezielle Beutel oder Lagerbeutel, die Feuchtigkeit besser puffern können als einfache Plastiktüten. Der Grund ist Komfort. Wenn Du nicht jeden Tag lüften willst oder wenn Du größere Mengen lagern möchtest, kann ein gutes Beutel System den Prozess weniger fehleranfällig machen.
Das Prinzip bleibt gleich. Du brauchst Buds, die ausreichend getrocknet sind, und Du willst eine stabile Luftfeuchtigkeit im optimalen Bereich. Auch im Beutel lohnt sich Kontrolle. Wenn es zu feucht ist, musst Du reagieren. Wenn es zu trocken ist, verlierst Du Aroma und die Textur leidet. Der Vorteil ist, dass manche Systeme Feuchte etwas besser stabilisieren. Der Nachteil ist, dass Du manchmal weniger “Gefühl” für den Prozess bekommst, weil Du nicht so oft rein schaust. Wer neu ist, lernt im Glas meist schneller.


Das hängt davon ab, was Du als “gut” definierst. Cannabis ist nach kurzer Zeit schon deutlich angenehmer, aber echte Reife braucht Geduld.
Nach etwa zwei Wochen ist das Ergebnis oft schon spürbar besser als direkt nach dem Trocknen. Das ist ein Minimum, wenn Du schnell testen willst. Zwischen vier und acht Wochen erreichst Du bei vielen Blüten eine sehr runde Qualität, in der der Rauch deutlich milder ist und das Aroma klarer wirkt. Längere Zeiten können weiter verfeinern, vor allem bei gut getrockneten, sauberen Buds. Irgendwann flacht der Zugewinn ab. Deshalb ist “monatelang” nicht automatisch besser, sondern nur dann sinnvoll, wenn Lagerung und Bedingungen wirklich stabil sind.
Praktisch ist es, dass Du Dir Zeitfenster setzt. Nach zwei Wochen probierst Du eine kleine Menge. Nach vier Wochen nochmal. So merkst Du, wie Dein Material reagiert und welche Dauer Dir wirklich schmeckt.
Du merkst es weniger an einem einzelnen Messwert als an Stabilität. Die Luftfeuchte im Behälter bleibt konstant. Die Buds fühlen sich außen nicht mehr wechselnd feucht und trocken an. Der Geruch ist nicht mehr grasig oder chlorophylllastig, sondern wirkt runder. Beim Konsum kratzt es weniger. Und beim Öffnen kommt kein muffiger, feuchter Geruch, sondern ein sauberer, sortentypischer Duft.
Wenn sich all das stabil eingestellt hat und Du keine Feuchtespitzen mehr bekommst, ist das Curing in einem guten Zustand. Danach geht es eher in Lagerung über, nicht mehr in aktives Fermentieren.
Zu lange fermentieren ist selten das Hauptproblem, wenn Lagerung kühl, dunkel und stabil ist. Was eher passiert, ist ein Qualitätsverlust durch falsche Bedingungen über Zeit. Wenn es zu warm ist, flachen Aromen ab. Wenn es zu trocken wird, werden Buds bröselig und verlieren Duft. Wenn es zu feucht wird, steigt das Schimmelrisiko.
Statt Dich an einer Maximaldauer festzubeißen, ist es sinnvoller, das Ziel zu definieren. Willst Du milderen Rauch und rundere Aromen, reichen bei vielen Blüten einige Wochen. Willst Du maximale Reife, kannst Du länger gehen, aber nur, wenn Du wirklich stabil lagerst.
Der größte Fehler ist, zu feuchte Buds ins Glas zu geben. Das ist der klassische Schimmel Trigger. Wenn Du beim Öffnen einen modrigen Ton bemerkst oder die Buds innen spürbar feucht wirken, solltest Du nicht weiter “durchlüften und hoffen”, sondern konsequent nachtrocknen.
Auch zu seltenes Kontrollieren am Anfang ist ein häufiger Fehler. Gerade in den ersten Tagen passiert am meisten, weil sich Restfeuchte aus dem Inneren nach außen bewegt. Wer dann zu lange geschlossen hält, riskiert lokale Feuchtenester.
Darüber hinaus kann zu trockenes Material zum Problem werden. Wenn Buds schon spröde sind, bringt Curing weniger. Aroma wirkt flacher und der Rauch kann trotz Trockenheit kratzig bleiben, weil die Balance nicht stimmt. Hier kannst Du mit stabiler Lagerung zwar noch etwas retten, aber der große Qualitätssprung kommt meist nur, wenn Du den Übergang vom Trocknen ins Curing richtig triffst.
Ein weiterer häufiger Fehler ist der falsche Lagerort. Küche, Fensterbank, warme Räume, direkte Sonne sind schlechte Ideen. Cannabis ist kein Fan von Licht, Hitze und dauernden Temperaturschwankungen.
Schimmelvermeidung ist in erster Linie Feuchtemanagement. Starte nur mit ausreichend getrockneten Buds. Fülle Behälter nicht zu voll, damit Luft im Inneren zirkulieren kann. Lüfte in der Anfangsphase regelmäßig und beobachte Geruch und Oberfläche. Wenn etwas muffig riecht oder Du verdächtige weiße Stellen siehst, nimm die betroffenen Buds raus und trenne sie konsequent. Beim kleinsten Schimmelverdacht gilt: Sicherheit vor Rettungsaktion.
Zusätzlich hilft Hygiene. Saubere, trockene Behälter sind Pflicht. Finger weg von feuchten Gläsern, schmutzigen Deckeln oder Resten alter Chargen im Behälter.

Nach dem aktiven Curing willst Du den Zustand halten. Das klappt am besten in luftdichten, geruchsneutralen Behältern, dunkel und kühl. Glas ist hier weiterhin eine sehr solide Wahl. Lichtschutz ist wichtig, weil UV-Strahlung und Wärme langfristig Wirkstoffe und Aromen abbauen können.
Achte darauf, dass die Luftfeuchtigkeit nicht dauerhaft nach oben driftet. Wenn sie stabil im gewünschten Bereich bleibt, ist das ein gutes Zeichen. Wenn sie immer wieder steigt, waren die Buds entweder zu feucht oder die Umgebung ist problematisch.
Und noch ein praktischer Punkt: Vermeide ständiges Öffnen. Jede Öffnung bringt frische Luft, aber auch Schwankungen. Wenn Du eine Menge langfristig lagern willst, arbeite lieber mit mehreren kleineren Behältern. Dann öffnest Du nur das, was Du gerade nutzt.
Das geht grundsätzlich, aber die Erwartungen sollten realistisch sein. Trim enthält weniger Terpene als Top Buds und reagiert sensorisch anders. Fermentation kann trotzdem helfen, den pflanzlichen Charakter zu reduzieren, vor allem wenn Du den Trim später weiterverarbeitest, zum Beispiel für Extrakte oder Edibles. Für den reinen Genuss ist fermentierter Trim selten auf dem Level fermentierter Blüten, aber als Qualitätsupgrade gegenüber “roh getrocknet” kann es sinnvoll sein.
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Eric Schumann
Seit 2024 bin ich Head of Marketing der Mary Jane Berlin und begeistere mich leidenschaftlich für die Cannabisbranche. Mein Fokus liegt darauf, innovative Marken, Trends und Community-Entwicklung voranzutreiben. In meinen Beiträgen teile ich Einblicke in die Welt des Cannabis-Marketings, aktuelle Entwicklungen der Branche und spannende Themen rund um die größte Hanfmesse Deutschlands.

Artikel geschrieben von
Eric Schumann
Seit 2024 bin ich Head of Marketing der Mary Jane Berlin und begeistere mich leidenschaftlich für die Cannabisbranche. Mein Fokus liegt darauf, innovative Marken, Trends und Community-Entwicklung voranzutreiben. In meinen Beiträgen teile ich Einblicke in die Welt des Cannabis-Marketings, aktuelle Entwicklungen der Branche und spannende Themen rund um die größte Hanfmesse Deutschlands.
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Absolut! Die Mary Jane Messe ist eine Plattform für Bildung und Aufklärung rund um Cannabis. Hier kannst du in einem sicheren und professionellen Umfeld alles über die medizinischen, wissenschaftlichen und kulturellen Aspekte von Cannabis erfahren. Egal, ob du Branchenneuling bist oder einfach nur neugierig, unsere Messe bietet wertvolle Einblicke für jeden.
In den Hallen gilt striktes Rauchverbot. Dafür ist das gesamte Außengelände gedacht :).
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Während Informationen online zugänglich sind, bietet die Mary Jane Messe eine einzigartige Gelegenheit, Produkte direkt zu erleben, Experten persönlich zu treffen und an Live-Workshops und Diskussionen teilzunehmen. Zudem ist das Networking-Erlebnis vor Ort durch nichts zu ersetzen – hier kannst du direkte Verbindungen mit Gleichgesinnten und Fachleuten knüpfen.
Die Messe ist nicht nur für Konsumenten gedacht, sondern für jeden, der sich für die vielseitigen Anwendungen von Cannabis interessiert, einschließlich seiner Rolle in Wellness und Medizin. Neben der Entdeckung neuer Produkte gibt es auch Bildungsveranstaltungen, die tiefere Einblicke in die gesundheitlichen, rechtlichen und kulturellen Facetten von Cannabis bieten.
Das Ticket auf dem Handy reicht voll und ganz!
Unser Event findet vom 11. bis zum 14. Juni 2026 auf dem Gelände der Messe Berlin, Hammarskjöldplatz, Eingang Nord, 14055 Berlin, statt.
Donnerstag, 11. Juni 2026: 11:00 - 18:00 Uhr (kein Festival)
Freitag, 12. Juni 2026: 11:00 - 20:00 Uhr (Festival bis 22:00 Uhr)
Samstag, 13. Juni 2026: 11:00 - 20:00 Uhr (Festival bis 22:00 Uhr)
Sonntag, 14. Juni 2026 11:00 - 18:00 Uhr (Festival auch bis 18:00 Uhr)
Die Messe Berlin ist leicht zugänglich per U-Bahn (U2 Theodor-Heuss-Platz oder U2 Kaiserdamm), S-Bahn (S1, S41, S42, S45, S46 Messe Nord/ICC) und Bus (Haltestellen nahe Theodor-Heuss-Platz und am Messegelände/ICC).
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TBA
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